
Wie man die UV-Härtung richtig handhabt
Die meisten Menschen glauben, dass UV-Lampen lediglich die Tinte trocknen. Das stimmt nicht. Tatsächlich lösen sie eine chemische Reaktion aus, durch die das Pigment im Stoff fixiert wird. Wenn die Wellenlänge richtig gewählt ist, bleibt die Tinte an ihrem Platz – es kommt zu keinem Durchsickern oder Abschälen des Materials.
Doch wenn die Zeitwahl falsch ist, bleibt vom Material nur etwas übrig, das sich klebrig anfühlt – oder schlimmer noch: Es entstehen Brandstellen im Material.
Das Gleichgewicht finden
Es geht dabei um die Leistung der Lampen. Sicherlich ermöglicht ein höherer Wattwert eine schnellere Bearbeitung – doch dadurch entsteht auch viel Wärme. Der Trick besteht darin, diese Leistung mit der Geschwindigkeit des Transportsystems in Einklang zu bringen. Wenn man ein dünnes Polyestermaterial mit zu hoher Leistung belastet, schmelzen die Fasern, bevor die Tinte überhaupt Zeit hat, zu härten.
Ich empfehle in der Regel einen schrittweisen Ansatz: Zuerst wird eine niedrige Intensität verwendet, um die Tinte zu fixieren. Anschließend wird eine hohe Intensität eingesetzt, um alles festzuhalten. So funktioniert es besser.
Die Ausrüstung
Für unsere Industrieanlagen verwenden wir Quarzglas – normales Glas blockiert nämlich die Kurzwellenstrahlung, die wir eigentlich benötigen. Außerdem wollen wir nicht stundenlang damit verbringen, die Verkabelung neu anzuschließen. Deshalb verwenden wir standardisierte Anschlüsse. Wenn eine Lampe ausfällt, kann man sie einfach austauschen – das dauert nur wenige Minuten.
Kompromisse und Problemstellungen
Tatsache ist: Wenn man die Lampen überlastet, halten sie nicht so lange durch. Man kann sie zwar bei 110 % Leistung betreiben, um termingerecht fertigzuwerden – doch dadurch werden die Elektroden zerstört. Denken Sie daran: Eine Lampe kann trotzdem noch hellblau leuchten, nachdem sie 1.000 Stunden lang gearbeitet hat – doch die tatsächliche UV-Leistung hat stark abgenommen.
Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Auge. Nutzen Sie lieber einen Radiometer, um zu erkennen, was tatsächlich vor sich geht.
Weitere Punkte, auf die man achten muss:
Falls die Kühlfans ausfallen, kann das Quarzglas durch thermische Belastung Risse bekommen. Außerdem sollten die Reflektoren sauber gehalten werden. Es mag zwar unwichtig erscheinen, aber bereits eine dünne Schicht Staub kann die Effizienz um 20 % verringern. Das ist sicherlich keine gute Art, Geld zu verschwenden.